Italien, Albanien und die VAE schließen innovativen Energie-Deal.
Die globale Energielandschaft verändert sich rapide. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür ist das kürzlich unterzeichnete Abkommen zwischen Italien, Albanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), das eine länderübergreifende Nutzung erneuerbarer Energien vorsieht.
Denn die drei Nationen haben im Januar einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, bei dem die Expertise der Golfnation genutzt wird, um in Albanien erneuerbare Energien zu erzeugen. Ein Teil dieser Energie wird über ein Unterwasserkabel durch das Adriatische Meer nach Italien geleitet.
Inbetriebnahme innerhalb von drei Jahren
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte beim World Future Energy Summit, dass der Deal die bestehenden Stromverbindungen entlang des adriatischen Meeresbodens, die Italien mit dem Balkan verbinden, stärken wird.
Der albanische Premierminister Edi Rama schätzt den Wert des Abkommens auf etwa eine Milliarde Euro und prognostiziert eine Inbetriebnahme innerhalb von drei Jahren. Der Hafen der albanischen Küstenstadt Vlore wird dabei mit der italienischen Region Apulien verbunden – an der schmalsten Stelle zwischen den beiden Ländern. Beteiligt sind der italienische Netzbetreiber Terna und das Nationale Energieunternehmen der VAE.
Balance zwischen Nachhaltigkeit und steigendem Energiebedarf
Meloni betonte, dass die Vereinbarung Italien helfen wird, den langfristigen Strombedarf zu decken und gleichzeitig Klimaschutzziele zu erfüllen. Dies sei besonders wichtig in einer Zeit, in der der Energiebedarf durch KI-Technologien stark ansteigt.
„Die Zukunft der Energiewende wird von unserer Fähigkeit abhängen, ein Gleichgewicht zwischen Nachhaltigkeit und Innovation zu finden“, sagte Meloni und verwies auf die ungewöhnliche, aber vielversprechende Kombination der drei Partner.
Engagement der VAE für saubere Energie
Die VAE haben sich verpflichtet, bis 2050 kohlenstoffneutral zu sein. Sultan al-Jaber, Minister für Industrie und Technologie, erklärte: „Durch die Nutzung der Expertise der VAE im Bereich erneuerbarer Energien, der natürlichen Ressourcen Albaniens und des hochentwickelten Energiemarktes Italiens verbinden wir Nationen für die gemeinsame Nutzung erneuerbarer Energien im Mittelmeerraum.“
Bemerkenswert ist, dass unter al-Jabers Präsidentschaft bei der COP 28* erstmals in einer Abschlusserklärung fossile Brennstoffe explizit als Ursache des Klimawandels genannt wurden. Albanien hat derweil in den letzten zwei Jahren seine Erzeugungskapazität für erneuerbare Energien um rund 500 MW gesteigert, was das Land zu einem attraktiven Partner für internationale Energiekooperationen macht.
*Die UN-Klimakonferenz in Dubai 2023, kurz COP 28, war die 28. UN-Klimakonferenz.